Vom Progamer zum Casualgamer?

Durch zocken Ruhm und Reichtum spielend leicht zu verdienen lockt einige Menschen an. Mich zum Beispiel :) Oft habe ich mir die Frage gestellt wie es wäre als professioneller Gamer mein Geld zu verdienen. Von morgens bis abends zocken und dafür auch noch üppig bezahlt werden, muss einfach nur cool sein. Einige leben diesen Traum und machen ihn zu ihrer alltäglichen Wirklichkeit. Wer die koreanische Starcraft Szene kennt weiß, dass die besten Spieler wie Popstars verehrt werden und auch gut verdienen.

Allerdings komme ich mehr aus dem Beatem up Bereich. Wo ich einige Siege eingefahren hatte und richtig gut war. Mein Idol im Beatem Up Bereich ist, Daigo Umehara, wegen seiner unglaublichen Fähigkeiten, wie er in aller letzter Sekunde mit nur (gefühlten) 1% Lebenspunkten, seinem Gegner durch geschickte Konter und perfektes Timing den Garaus macht. Das untere Video (Daigo spielt mit Ken) mit diesem gigantischen Comeback versetzt mich immer wieder in Erstaunen. Wie hart kann und muss man trainieren um diese Stufe zu erreichen.

Reaktionen in Sekundenbruchteilen ohne Nachzudenken, Strategie und Taktik zusammen mit harten mindgame sorgen bei ihm stets dafür, dass der Gegner einen Fehler macht den er ausbeuten kann. Da sehe ich sehr ehrfürchtig zu und befrage mich nach meinen eigenen Fähigkeiten. Im Beatem up Bereich gibt es so einige Größen die mir als Zuschauer das Gefühl geben niemals auch nur annähernd auf der gleichen Stufe stehen zu können.

Ich war eine ganze Weile in der deutschen Tekkenszene aktiv und habe damals die besten Tekkenspieler Deutschlands kennengelernt. Im Kampf hatte ich, dass Gefühl vor einer Wand zu stehen und einfach nicht weiter zu kommen. Der Skillgap hat sich so gigantisch angefühlt, dass ich nach einiger Zeit die Lust auf Tekken verloren habe. Zwar schleife ich mich alle Jahre wieder zu einem neuen Tekkenturnier aber loose übelst ab gegen die bekannten Größen.

Progaming habe ich gelernt, ist eine Sache die man nicht nur mit der Lust am Spiel und dem Willen zu gewinnen erreichen kann. Es gehört soviel mehr dazu als man im ersten Moment denkt. Mit Tekken war ich durch und probierte mich in Echtzeit Strategie aus.

RTS Games wie League of Legends oder Starcraft 2 sind durch ihre stark kompetive Ausrichtung z.B. nichts für Casualgamer, die einfach mal ein wenig Spaß haben wollen. Mit Spaß hat dass nichts mehr zu tun, wenn das eigene Team einen als Noob beschimpft und melden will, weil das eigene Spielniveau nicht ausreicht oder billige Cheese Taktiken in Starcraft 2 einen in den Wahnsinn treiben. Das musste ich dann alles neu lernen und es fing an mir einfach nur noch auf die Nerven zu gehen und ich verlor die Lust darauf.

Was mir dann irgendwann passiert ist, daß nicht mehr kompetiv gespielt habe da es mich zu sehr frustriert hat. Als lokaler Hecht im Teich denkt man beim verspeisen von Kaulquappen und Forellen,  dass man unbesiegbar ist. Allerdings zeigt ein Ausflug ins große Meer, das es dort sowas wie Haie gibt, die einem im vorbei schwimmen frühstücken ohne es zu bemerken. Das waren dann die Momente wo ich anfing nur noch alte Retro Games spielte und im schlimmsten Stadium anfing Farmville Anfragen auf Facebook zu versenden.

Image von nerfnow.com

Ein Comeback hatte ich erst in diesem Bereich, weil mich ein Freund ständig mit League of Legends nervte. Lust hatte ich keine mehr aber dann so langsam durch seine Erklärung der Spielmechanik gelang es mir Kills einzufahren und ordentlich aufzuräumen. Dann war ich wieder dabei und begann langsam wieder professioneller zu spielen. (thx Fabs)

Mir wurde klar das Progaming auch wie bei allen Sportarten mit dem Umfeld zu tun hat. Es braucht Motivation von extern, Feedback vom Trainingspartner, Turniere, Ranglisten und vor allem Training, Training, Training. So kehrte ich nach langer Reise heim zum eigentlichen Grund des Spielens und zwar zum Spielspaß! Der Erfolg kam dann von selbst. Derzeit arbeite ich mich in League hoch und bereite mich auf SC2 HOTS vor, den Traum habe ich noch nicht aufgegeben.

Ein richtiger Progamer werde ich zwar vielleicht nicht mehr, da ich derzeit immer weniger Zeit habe, aber solange ich noch mit meinen Freunden mithalten kann und hin und wieder als best Player aus dem Spiel gehe, reicht mir mein Leistungsspektrum.

Wer sich zu traut eine Karriere als Progamer zu starten und dabei auch Erfolg hat, den bewundere ich aufrichtig. Ich bin als halb professioneller Gamer derzeit sehr zufrieden. Und über meine Erfolge werde ich sehr bald mal schreiben 😉

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2 Kommentare

  1. Lol. Ich hab dich genervt? 😀 NIIIIIIIIIIIIIIIEMALS!

    PS: Mein Wissen um die Spielmechanik in League of Legends ist auch nur begrenzt. Bin ja nichtmal Level 30 – aber im Grunde ist es genauso wie bei DotA, HoN und DotA2.

  2. Hehehe doch ein wenig schon, aber ich bin froh drüber :)

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